Kategorienarchiv: Atom und Co.

Atomausstieg hin oder her – dies ist und bleibt wohl noch länger ein Dauerthema im Landkreis Lüchow-Dannenberg

Aug
30
2011

Gorleben oder Kommunalwahl? NDR stellt BvdB vor.

Liegt es am aktuellen Thema Gorleben oder am aktuellen Thema Kommunalwahl 2011? Der NDR stellt den Kreisvorsitzenden Boris von dem Bussche im Regionalfenster vor.

Boris von dem Bussche ist überzeugt, dass man in der Kommunalpolitik viel bewegen kann – auch auf Bundesebene. Und verweist auf seinen Kampf für eine alternative Endlager-Suche. via NDR

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Apr
21
2011

Alternativen zu Gorleben gesucht – Klappstein im DLF-Magazin

Rosalinde Klappstein ist eine echte Vorreiterin. Sie ist zweite Kreisvorsitzende der FDP im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Immer wenn Castor-Transporte rollen, erlebt sie Straßenblockaden direkt vor dem kleinen Sägewerk, das sie im Wendland zusammen mit ihrem Mann betreibt. Und sie freut sich über die klare, unveränderte Haltung der Landkreis-FDP im Streit um Gorleben.

DLF-Magazin, 21.April 2011

Sendezeit: 21.04.2011 19:44
Autor: Schröder, Axel
Programm: Deutschlandfunk
Sendung: DLF-Magazin
Länge: 05:30 Minuten

Fazit: Ein hörenswerter Beitrag mit Meinungen und Fakten, Standpunkten und Standortbestimmungen zu unserem allseites beliebten Landkreis-Thema mit Bundesbezug.

Ich weiß nicht wie lange das Tondokument auf der Internetsite des Deutschlandfunks verfügbar bleiben wird, es dürfte aber während der kommenden Tage unter diesem Link in MP3-Format zu bekommen sein.

Sollte der eine oder andere nicht wissen wie er in den Hörgenuss kommen kann: Fragen Sie bitte Ihre Kinder oder den Admin dieser Seite bei der kommenden Kreisversammlung. Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag verliert durch reines Ausdrucken an Relevanz.

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Apr
14
2011

Tagesschau: Wie gefährlich ist Atommüll in Zwischenlagern

Die Gesamtproblematik wurde lange nicht so ausführlich behandelt wie derzeit. Neben Hintergründen zu Castoren und Atommüll wird auch Sinn und Unsinn von zentralen Zwischenlagern wird in diesem Blogpost der Tagesschau angeschnitten. Kurz und gut.

Insgesamt ist zu bemerken, dass die Berichterstattung mittlerweile sehr sachlich und unaufgeregt daherkommt – was es vor allem den bisherigen Befürwortern erleichtern könnte, ihre Position zu überdenken.

Seit etwa zehn Jahren wird der Müll auch nicht mehr in Frankreich oder England aufbereitet und danach in zentralen Zwischenlagern untergebracht wie vorher nach Gorleben oder Ahaus. Er wird seither dezentral in Castoren an den jeweiligen Kernkraftwerken gelagert. Das ist auch gut so, denn dort ist er nahe beim „Verursacher“. Und aus den Zwischenlagern werden auf diese Weise keine klammheimlichen „Endlager“.

Blog Tagesschau

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Apr
13
2011

EJZ: »Gorleben rückt in weite Ferne»

Von dem Bussche prognostiziert: »Die FDP Niedersachsen wird auf dem kommenden Bundesparteitag in Rostock die jetzige Beschlusslage vertreten müssen, was enormen Druck auf die Bundespartei ausüben dürfte.» Die BI begrüßt den FDP-Schwenk, wenngleich »nicht mehr nachvollziehbar» an Gorleben festgehalten werde. Aber die BI zeigt sich »sicher, dass der Kurswechsel nur ein erster Vorbote für eine völlige Neubestimmung in der Standortsuche ist.»

EJZ, 12.April

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Apr
12
2011

Braunschweiger Beschlüsse: Die Innenansicht des Kreisverbandes

Auf dem Landesparteitag der FDP Niedersachsen in Braunschweig am 09./10.04.2011 wurde mit 2/3 Mehrheit beschlossen, daß neben Gorleben weitere alternative Standorte untersucht werden müssen.

Dieser Beschluß war seit 2004 laufend als Beschlußantrag des Kreisverbandes der FDP Lüchow – Dannenberg in die Landesparteitage eingebracht worden – nur fand diese Forderung in den vergangenen Jahren leider keine Mehrheit unter den Deligierten.

Gemeinsam mit den Jungen Liberalen Niedersachsen, dem Ortsverband Gellersen und den Delegierten des Bezirksverbands Lüneburg sowie anderen Delegierten konnte dieser Antrag jetzt endlich umgesetzt werden.

Bemerkenswert war: Unter langanhaltendem Beifall wurde das Abstimmungsergebnis verkündet. Die auch damit verbundene Kraftprobe der Jungen Liberalen Niedersachsen gemeinsam mit dem Bezirksverband Lüneburg und weiteren Delegierten gegenüber der Linie der Mehrheit des Parteivorstandes konnte gewonnen werden.

Was bedeutet das für uns als Kreisverband? Wir können mehr als zufrieden sein denn nun ist erreicht, was wir seit acht Jahren versucht haben durchzusetzen. Der Landesparteitag war darum ein voller Erfolg. Ein Erfolg für Lüchow-Dannenberg, die gesamte Region und Niedersachsen.

Zuvor war ein anderslautender Antrag des Bezirksverbandes Lüneburg abgelehnt worden. Dieser Antrag beinhaltete die Abkehr von der Endlagerung, die langfristige Zwischenlagerung unter der Prämisse die Forschung in die Entsorgungstechnologie zu fördern.

Wie anders lautende Mitteilungen es darstellen (EJZ vom 11.04.2011) war diese Ablehnung allerdings kein Stolperstein für Wirtschaftsminister Bode. Bode ist gleichzeitig Vorsitzender des Bezirksverbandes Lüneburg und hat als dessen Vertreter dieser Antrag vorgebracht. Was in der vorangegangenen Berichterstattung aller Medien vergessen wurde:
Der Antrag ist abgelehnt worden, weil der Landesvorstand folgende Passage in die Beschlußfassung mit aufgenommen hat. Diese wurde von Dr.Birkner als Kompromisslösung vorgeschlagen und ist ebenfalls mehrheitlich beschlossen:

…Darüberhinaus ist zu untersuchen, ob die dauerhafte Zwischenlagerung eine Möglichkeit zum Umgang mit hochradioaktiven Brennelementen sein kann.

Interessant ist die Konsequenz aus dieser gesamten Beschlusslage: Wie das niedersächsische Umweltministerium bereits seit langem vorgetragen hat ist die Rückholbarkeit von hoch radioaktivem Müll unumstritten.

Nicht ohne Grund: Es sind die Lehren aus dem Desaster der Asse gezogen worden. Die Betreiber müssen jederzeit in der Lage sein den Zugriff auf die strahlenden Bestände zu bekommen. Diese Ansicht wird mittlerweile von nahezu allen politischen Gremien vertreten.

Die Beschlußlage der FDP Niedersachsen stellt das Umweltministerium vor das Problem einerseits andere Standorte ins Visier zu nehmen und andererseits den Endlagerprozess so umzugestalten, daß jederzeitige Rückholbarkeit gewährleistet ist.

Eingedenk der eklatanten geologischen und politischen Unwägbarkeiten der Erkundungen in Gorleben sind die Beschlüsse des Landesparteitages ein weiterer Grund, die Tiefenlagerung dort fallen zu lassen.

Die FDP Niedersachsen wird auf dem kommenden Bundesparteitag in Rostock die jetzige Beschlußlage vertreten müssen, was enormen Druck auf die Bundespartei im Sinne der Sache ausüben dürfte.

Kommt doch dem Lande Niedersachsen in dreierlei Hinsicht ein außerordentliches Gewicht zu:

  1. Aus Niedersachsen kommt der künftige Bundesvorsitzende Philipp Rösler.
  2. Niedersachsen ist das Bundesland, was bislang als fast einziges Bundesland die Lasten der Nutzung der Kernenergie zutragen hat. Insofern kommt Niedersachsen hier eine besondere Gewichtung zu.
  3. Niedersachsen wird – genau wie der Bund – Schwarz/Gelb regiert. Die Beschlußlage hat somit direkte Auswirkungen auf die Bundespolitik.

Wie aus Kreisen des Landesumweltministeriums verlautet, wird die langfristige Rückholbarkeit so einen Schwerpunkt erreichen, daß eine andersartige Lagerung als bisher favorisiert werden muß.

Das läuft auf eine Lagerung in oberirdischen Bunkeranlagen oder die Lagerung in anderen Formationen wie Granit und Ton hinaus. Eine Abkehr von der ursprünglich geplanten Form der Endlagerung in Steinsalz ist hier zwangsläufig die Folge. Dessen Sinn war das Ausnutzen der Konvergenz, also des vollständiger Einschlusses im Steinsalzes.

Unserer Einschätzung nach, rückt eine Endlagerung im Gorlebener Salzstock nunmehr in weitere Ferne.

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Apr
10
2011

Niedersachsens Liberale wollen die Suche!

Gespanntes Warten auf den Aufschrei von Links… Der Landesparteitag sorgt für eine handfeste Überraschung in Sachen Endlagerung von Atommüll. Die ersten Berichte kommen rein.

Je nach Vorliebe kann der Interessierte im Spiegel nachschauen:

Die niedersächsische FDP hat einen Kurswechsel bei der Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll vollzogen. Parallel zur Erkundung des Salzstocks Gorleben soll umgehend mit der Suche nach weiteren geeigneten Lagerstätten begonnen werden. Das beschloss die Mehrheit der Delegierten beim FDP-Landesparteitag in Braunschweig am Samstagabend nach einer langen Debatte.

Spiegel online

Oder in der Braunschweiger Lokalpresse:

In einer langen Debatte stritten die FDP-Delegierten über den richtigen Weg zur Lagerung des stark strahlenden Mülls. Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode, Vorsitzender des FDP-Bezirksverbandes Lüneburg, forderte, bei der Entsorgung des stark strahlenden Atommülls dürfe man nicht zwingend eine Endlagerung in unterirdischem Gestein wie etwa im Salzstock Gorleben anstreben.

Ein Antrag sah vor, auf eine langfristige und sichere Zwischenlagerung über Tage zu setzen, damit ein Zugriff auf den Müll jederzeit möglich ist. Eine solche Festlegung lehnte die Mehrheit der Delegierten aber ab.

Womit sich zeigt: Es bedarf noch viel Überzeugungsarbeit. Aber mit der Unterstützung die wir jetzt haben geht da noch was!

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Apr
09
2011

NDR-Beitrag zum Kreisverband


Schön ist er geworden, der Beitrag von gestern. Zu sehen im NDR/Niedersachsen-Fenster mit deutlichem Verweis auf den Parteitag in Brauschweig. Drum verweise ich gerne mal drauf hier klicken

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Apr
08
2011

“Was empfinden Sie denn jetzt so?”

Der Kreisverband hat sich mit seiner Meinung in Sachen Kernenergie nie versteckt. Wir waren immer wach und leise aber stetig zu hören. Das ist auch dem NDR nicht entgangen der sich an “die aus Lüchow-Dannenberg” erinnert hat, auch weil die den Koalitionsvertrag zwischen Schwarz und Gelb in Hannover mit einer Enthaltung bedachten – wegen Gorleben. Also gab es heute einen Vor-Ort-Außendreh im Forst von Gorleben. Ein Drei-Minuten-Beitrag für das Landesfenster im Dritten Programm.

Und? Was empfinden die Liberalen zwischen Elbe und Drawehn denn jetzt so?

Tja – gute Frage. Die Frage ist schwieriger zu beantworten, als es auf den ersten Blick scheint.

Vor allem sind Gefühle sind etwas sehr persönliches.

“Genugtuung, angesichts der aktuellen Entwicklungen?” Schon irgendwie. Beim einen mehr, bei der anderen weniger – aber für uns hat sich ja de facto nichts entschieden. Der Ausstieg ist wichtig, die Chancen stehen jetzt gut, dass die Gremien in unserer Partei diese Erkenntnis in Kürze untermauern. Das nennt man Lernfähigkeit und die ist wichtig für die Politik.

Aber wir werden weiterhin warnend auf die ungelösten Fragen der Endlagerung hinweisen müssen und stehen daher noch immer am Anfang. Allerdings stehen wir offenkundig innerhalb der FDP nicht mehr alleine am Rand der Diskussion – und das fühlt sich gut an, für mich.

Olaf Schöllhorn

Der Beitrag im NDR heute abend um 19.30 Uhr bei “Hallo Niedersachsen”.

PS: Die Sache mit den Tieffliegern ist ein eigenes Thema, oder?

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Apr
07
2011

Zugriff behalten

Entsorgung von hochradioaktiven Brennelementen

Die Entsorgung von hochradioaktiven Brennelementen stellt auch nach 35 Jahren Forschung global ein ungelöstes Problem dar. Die bisher in Deutschland angestrebte Endlagerung (ohne Rückholbarkeit) stellt keine Lösung dar.
Im Hinblick auf zukünftige technische Entwicklungen müssen wir auf langfristige, sichere Zwischenlagerung bzw. Rückholbarkeit setzen. Obgleich etwa die Transmutation noch als Zukunftsszenario zu sehen ist, wäre es nicht sinnvoll, Material unserem Zugriff zu entziehen, das möglicherweise unschädlich gemacht werden könnte. Die Vereinigten Staaten gehen bereits seit Jahrzehnten den Weg der ausschließlichen Zwischenlagerung. Die FDP Niedersachsen fordert, die international gewonnenen Erkenntnisse zusammenzutragen, um so gemeinschaftlich die sicherste Lösung effizient herbeizuführen.

Antrag des Bezirksverbandes Lüneburg, eingebracht auf dem Landesparteitag in Hannover.

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Aug
08
2008

Nachtrag Asse

Was denken die Parteien vor Ort über die Probleme in Sachen Asse? Die Lüchow-Dannenberg FDP hatte ja bereits darüber etwas geschrieben.

Eine interessante Zusammenfassung einer Demonstration vor Ort ist auf YouTube zu finden, kann aber auch direkt hier angesehen werden.

Sicher ist, dass die Haltung der Lüchow-Dannenberger FDP als vernünftig und langfristig konsequent bezeichnet werden kann.

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Jul
24
2008

Am Ende des Moratoriums?

Die Kanzlerin setzt sich für ein Ende des Moratoriums ein. Damit zeigt sich die Physikerin entweder als besonders mutig oder als besonders schlecht informiert.

Während im Land Niedersachsen die Regierung den ‘Versuch Asse’ am liebsten aus dem Bergrecht raus unter dem Atomrecht bewertet haben möchte, zeigt der Bund gesteigertes Interesse an dem Ausstieg aus dem Ausstieg.

Auch Altkanzler Helmut Schmidt (SPD), weniger als Vordenker denn als Pragmatiker bekannt, sieht die Kernkraft nicht am Ende. Er prophezeit einen Positionswechsel der SPD in absehbarer Zukunft. Der Gegenwind frischt auf.

Es gilt,
1. die ungeklärte Endlagerfrage wieder auf die politische Agenda zu setzen, solange die Erfahrungen mit Asse noch frisch sind.
2. die Versorgungssituation von Uran genauer zu betrachten.
3. die unsichere Betriebsbereitschaft deutscher Meiler während niedriger Flusspegel-Stände im Sommer ins Bewusstsein zu bringen.

Last not least sollten auch die Störfälle in Frankreich nicht in Vergessenheit geraten – gerade in der medialen Betrachtung. Denn Tatsache ist: Störfälle in Atomkraftwerken beeinträchtigen die Stimmung der Bevölkerung mindestens so sehr, wie der Strompreis. 

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Jul
07
2008

Wo stehen wir eigentlich?Seminar zum Atommüll-/-Endlager

Die Diskussion um die Asse lässt auch das Thema Gorleben bundesweit wieder etwas aktueller werden. Vor allem die unmittelbar Betroffenen – sprich die Anlieger und deren Familien und Freunde – machen sich vor dem Auslaufen des Gorleben-Moratoriums so ihre Gedanken.

Passend zum Thema organisiert die BI Lüchow-Dannenberg in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD und dem Asse II-Koordination-Morsleben Netzwerk ein Seminar. 

Am 12. und 13. Juli geht es im Bildungszentrum Durchblick an der Bergstraße 9 in Lüchow um den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Atommüll.

“Über Atommüll reden wir erst, wenn alle Atomkraftwerke stillgelegt sind“, ist eine alte Position der Anti-AKW-Bewegung. Aber natürlich haben wir immer über  Atommüll geredet. Insbesondere dort, wo er gelagert werden soll oder schon wird, hat sich eine kritische Diskussion und Widerstand entwickelt, der in Deutschland und in vielen anderen Ländern zu einem neuen Nachdenken bei den politisch Verantwortlichen geführt hat. Seit dem AKEnd ist von einer neuen Standortsuche die Rede, auf der Basis neuer Kriterien.
Vom 30. Oktober -01. November soll in Berlin eine Endlager-Konferenz des  Bundesumweltministers stattfinden, auf dem die Erfahrungen mit den alten Standorten und die aktuelle Diskussion im In-und Ausland bilanziert werden sollen. Danach stehen Entscheidungen an. 

Diese Entscheidungen wollen wir nicht abwarten, sondern auf der Basis unserer Erfahrungen rechtzeitig eigene Positionen und Forderungen entwickeln und in die öffentliche Diskussion einbringen.

Anmeldeflyer und Programm zum Statusseminar Atommüll-/-Endlager zum Download und Ausdrucken (Seite 1/Seite 2)
 

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Jul
02
2008

FDP Kreisverband: Atommülllager Asse II säuft ab Ein unsagbarer Zustand

Bereits auf den Landesparteitagen der FDP in den letzten Jahren hat der dort abgesandte Deligierte B.v.d.Bussche ein mögliches Absaufen des Lagers für leicht- und mittelaktiven Atommüll kritisiert und ein Umdenken in der Endlagerpolitik gefordert. Die Komplexität der Problematik hatte damals nur bei Teilen der Deligierten Bedenken an der Einlagerung in Asse II hervorgerufen.
Es lagern zur Zeit ca. 126.000 Fässer mit leicht- und mittelradioaktiven Abfällen in Asse II ein. Während einige Fasslager geordnet vorhanden sind, wurden in anderen Abschnitten die Fässer verschüttet und ungeordnet “verbracht”. Das “Absaufen” des Lagers bedeutet in der Fachsprache, daß unkontrolliert Wassereintritte festgestellt werden. Zur Zeit sind dies ca. 12 Kubikmeter Salzlauge täglich! Nach bisherigen Erkenntnissen soll dies bereits seit mehreren Jahren bekannt aber verschwiegen worden sein.
Der Versuch des Helmholtz-Zentrum (der Betreibergesellschaft) eine Schließung des Lagers genemigt zu bekommen scheiterte. Die Dramatik ist hierbei, daß es nur drei Lösungsansätze für die Beseitigung des Problems gibt, welche zum einen unverprobt und zum anderen mit Kosten verbunden ist deren Höhe sich zur Zeit noch nicht einmal erahnen läßt. Möglichkeiten wären:
- Verbringen einer Magnesiumchloridlösung, um den Zutritt weiterer Flüssigkeiten zu verhindern. Dieses Vorhaben ist bislang unverprobt und scheint völlig unzureichend, das radioaktive Material würde sich in der Lösung auflösen, welche langfristig aus dem Lager gedrückt wird.
- Die trockene Verfüllung des Grubengebäudes. Dies allerdings stoppt nicht das weitere Eindringen der Laugen und den langfristigen Austritt in die Biosphäre.
- Als sicherste Lösung scheint nur die Rückholung der Fässer. Das kann nur durch Menschenhand erfolgen. Da die Fässer teilweise stark beschädigt (durch das Abkippen) und teilweise schon erheblich korrodiert sind geht bei dieser Maßnahme eine erhebliche nicht kalkulierbare Gefahr für die Mitarbeiter aus.
Eines ist sicher: Der Zustand ist so nicht haltbar. Da sind sich selbst jetzt endlich alle Umweltexperten der Landesregierung sicher.

Und wie steht es um das Vertrauen in die Gutachter, die noch vor einigen Jahren einen Flüssigkeitseintritt in Asse II ausschlossen ? Auch diese Gutachter halten Risiken in Gorleben für ausgeschlossen.

Vor dem Hintergrund des Zustands in der Asse II sind an einer unbedenklichen Einlagerung in Gorleben erhebliche Zweifel mehr als jemals zuvor angezeigt. Selbst wenn die Struktur des Bergwerks eine andere ist, ist Salz als Medium für die Einlagerung von radioaktiven Abfällen fraglicher den je. Bei einem nicht intakten Deckgebirge wie in Gorleben, wäre der Austritt von radioaktiven “Stoffen” bei Wasser- und / oder Laugenzuflüssen um ein vielfaches dramatischer. Sind doch für Gorleben hochradioaktive Abfälle in der Diskussion, deren Gefährlichkeit um ein x-faches über den Gefahren der in Asse II eingelagerten Abfällen einzustufen ist.

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